Das Steuersystem in der Schweiz

Das Schweizer Steuersystem steht der föderalistischen Struktur der Eidgenossenschaft in nichts nach. Das bedeutet, dass Steuern nicht nur vom Bund, sondern auch von den 26 Kantonen und den weit über 2‘000 Gemeinden erhoben werden.

Der Bund bezieht seine Steuereinnahmen vor allem aus der Mehrwertsteuer, den Stempelabgaben und besonderen Verbrauchssteuern. Die Steuergesetze der Kantone umfassen Einkommen, Vermögen, Erbschaften sowie Kapital- und Grundstücksgewinne. Die Gemeinden können weitere kommunale Steuern erheben oder Zuschläge auf die kantonalen Tarife beschliessen.

Diese Dreiteilung der Steuererhebung macht es für die Schweizer selbst und die in der Schweiz lebenden ausländischen Bürger schwer, bei der Steuererklärung den Durchblick zu behalten. Viele Menschen fragen daher einen Steuerexperten um Hilfe beim Ausfüllen der Steuererklärung.

Welche Steuern müssen in der Schweiz gezahlt werden?

Rund 130 Milliarden Euro Steuern fliessen jedes Jahr aus den Taschen der Bürger in die Kassen von Bund, Gemeinden und Kommunen. Dabei werden etwa 30 verschiedene Steuern erhoben. Zu den wichtigsten Steuerarten zählen:

  • Einkommenssteuer: Sie richtet sich nach der Höhe des Einkommens. Bei den meisten Bürgern besteht dieses vor allem aus dem Lohn. Was noch zum Einkommen zählt, steht auf dem Lohnausweis, der mit der Steuererklärung eingereicht werden muss. Je nach Kanton werden Kopf-, Personal oder Haushaltssteuern zur Einkommenssteuer hinzugerechnet.
  • Vermögenssteuer: Sobald das Vermögen eine bestimmte Höhe überschreitet, werden auch hierauf Steuern erhoben. Wie hoch die Freigrenze ist und wie stark das Vermögen besteuert wird, ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Die meisten Bürger bleiben jedoch unter der Freigrenze und müssen keine Vermögenssteuer zahlen.
  • Mehrwertsteuer: Auf viele Einkäufe wird die Mehrwertsteuer fällig. Der Steuersatz beträgt für Nahrungsmittel und Medikamente 2.5 Prozent des Kaufpreises. Für Übernachtungen im Hotel werden 3.7 Prozent fällig. Fast alle weiteren Einkäufe werden mit 7.7 Prozent besteuert. Eine Ausnahme sind Tickets für Kino, Theater, Konzerte und Museumsbesuche. Hierauf fällt keine Mehrwertsteuer an.

Die meisten anderen Steuern in der Schweiz müssen nur unter bestimmten Voraussetzungen entrichtet werden. So zahlen etwa Hundehalter eine Hundesteuer. Weitere spezielle Steuerarten sind unter anderem die Tabaksteuer, die Kirchensteuer oder die Motorfahrzeugsteuer.

Die Steuern sind dabei in zwei Klassen eingeteilt: Direkte und indirekte Steuern. Direkte Steuern, wie die Einkommenssteuer, werden beim Steuerpflichtigen erhoben. Indirekte Steuern dagegen fallen beim Einkauf von Waren oder der Vereinbarung von Dienstleistungen an. Ein Beispiel hierfür ist die Mehrwertsteuer.

Was ist die Quellensteuer?

Ausländische Bürger, die in der Schweiz arbeiten und leben, zahlen anstelle von Einkommens- und Vermögenssteuer die Quellensteuer. Auch hier hängt die genaue Höhe vom jeweiligen Kanton ab. Die Quellensteuer wird direkt vom Arbeitgeber an das Finanzamt überwiesen. Nur wenn das Einkommen über CHF 120‘000.- pro Jahr liegt, müssen die Steuerpflichtigen eine eigene Steuererklärung abgeben.

Welche Regeln gelten bei der Steuererklärung in der Schweiz?

Eine Schweizer Steuererklärung auszufüllen, ist oft mit einem hohen Aufwand verbunden. Schließlich gilt es einerseits, die regionalen Besonderheiten zu beachten, aber andererseits auch alle erforderlichen Unterlagen zusammenzutragen und die Fristen einzuhalten.

Fristen für die Schweizer Steuererklärung

Die Steuererklärung für das abgelaufene Steuerjahr muss zum 31. März abgegeben werden. Geschieht dies nicht, wird der Steuerpflichtige ermahnt und muss eine Busse zahlen. Jedoch gewähren die meisten zuständigen Behörden bei rechtzeitigem Anfragen eine Fristerstreckung. So können in der Regel 30 zusätzliche Tage für das Ausfüllen der Steuererklärung gewonnen werden.

Unterlagen für die Schweizer Steuererklärung

Um für die kommende Steuererklärung gerüstet zu sein, sollten schon während des aktuellen Steuerjahres die erforderlichen Unterlagen zusammengetragen werden. Dazu zählen unter anderem Lohnausweis, Kontoauszüge, Auflistung von Krankheits- und Berufskosten sowie Belege zu Wertschriften und Beiträgen für die freiwillige Vorsorge.
Es ist ratsam, diese und weitere vermeintlich relevante Unterlagen aufzuheben. Die Verjährungsfristen der Steuerbehörde reichen bis zu 15 Jahren. In dieser Zeit können die Ämter noch Einsicht in bestimmte Unterlagen und auch in die Steuererklärungen selbst einfordern.

Je nach persönlicher Situation können auch weitere Unterlagen wichtig sein. So müssen Wohneigentümer beispielsweise Nachweise zu Liegenschaftssteuer, Schuldzinsen sowie Betriebs- und Verwaltungskosten einreichen. Steuerexperten empfehlen, zunächst nur die Belege einzureichen, die in der Steuererklärung ausdrücklich verlangt werden. Alle weiteren Dokumente sollten jedoch für spätere Nachfragen der Steuerbehörde aufgehoben werden.

Ehepaare geben eine gemeinsame Steuererklärung ab. Um diese wirksam zu machen, müssen beide Ehepartner ihre Unterschrift unter die Erklärung setzen.

Wie können in der Schweiz Steuern gespart werden?

Steuerpflichtige in der Schweiz können durch verschiedene Abzüge ihre jährliche Steuerlast entscheidend senken. Auch hier gilt: Die Höhe der Abzüge unterscheidet sich je nach Kanton. Doch auch was überhaupt abgezogen werden kann, variiert regional. Zu den gebräuchlichsten Abzügen gehören:

  • Allgemeine Abzüge: Dazu zählen vor allem Versicherungs-, Vorsorge- und Kinderbetreuungsbeiträge. Es können unter anderem die Beiträge für Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) sowie Invalidenversicherung (IV), Kranken- und Lebensversicherungen oder auch Zuwendungen an Einrichtungen mit gemeinnützigem Zweck in der Steuererklärung geltend gemacht werden.
  • Sozialabzüge: Steuerpflichtige können für ihre Kinder und unterstütze Personen Sozialabzüge in der Steuererklärung erhalten. Bei den Bundessteuern sind beispielsweise pro Kind bis zu CHF 6‘500.- möglich.
  • Gewinnungskosten: Darunter fallen die Kosten, die zur Erzielung des eigenen Einkommens aufgewendet werden, zum Beispiel Fahrtkosten zum Arbeitsort oder Mehrkosten für die Verpflegung.
  • Schulden: Entstandene Schulden dürfen Steuerpflichtige vom Vermögen abziehen. Dadurch verringert sich die Vermögenssteuer oder entfällt gar komplett, wenn dadurch die Freigrenze unterschritten wird.