Funktion
Welche Bereiche tragen, dichten, führen, rasten oder positionieren – und was darf sich verformen?
Markiere FunktionszonenSpritzgussgerechte Konstruktion ist kein Satz universeller Masse. Dieser schnelle Prüfpfad macht sichtbar, welche Funktionen, Geometrien und Werkzeugentscheidungen vor der Datenfreigabe noch zusammengebracht werden müssen.
Ein DFM-Check für Kunststoffspritzguss prüft, ob Bauteilfunktion, Werkstoffverhalten, Geometrie und Werkzeugprinzip zusammenpassen. Vor dem Werkzeugstart sollten insbesondere Wandbereiche, Übergänge, Rippen und Dome, Entformungsrichtung, Hinterschneidungen, Anschnitt, Trennebene sowie funktionskritische Toleranzen geklärt sein.
Die zwölf Fragen unten sind ein Frühfilter, keine finale Werkzeugfreigabe. Konkrete Schrägen, Dicken oder Radien hängen von Werkstoff, Oberfläche, Bauteilgrösse, Werkzeug und Funktion ab. Wo diese Randbedingungen fehlen, lautet das Ergebnis nicht automatisch «machbar», sondern «gemeinsam klären».
Jeder Check verbindet eine Konstruktionsfrage mit ihrer Konsequenz. Die Reihenfolge ist bewusst: Funktion vor Detailregel, Entformung vor Werkzeugstart, Nachweis vor Freigabe.
Welche Bereiche tragen, dichten, führen, rasten oder positionieren – und was darf sich verformen?
Markiere FunktionszonenSind Temperatur, Medien, Feuchte, Lastdauer, Alterung und optische Anforderungen beschrieben?
Einsatzprofil ergänzenSind starke Materialanhäufungen oder abrupte Übergänge vermeidbar? Kann die Form funktional und gleichmässiger aufgebaut werden?
Querschnitte lesenVerlaufen Kraft und Material ohne unnötig scharfe Kerben durch Ecken und Übergänge?
Kraftpfade glättenStützen Rippen die Funktion, ohne auf der Gegenseite unnötige Materialanhäufung und sichtbare Einfallrisiken zu erzeugen?
Steifigkeit gezielt setzenSind Schraub- und Montagedome abgestützt, zugänglich und von empfindlichen Sichtflächen konstruktiv getrennt?
Montage mitdenkenIst eine klare Öffnungs- und Entformungsrichtung erkennbar, und passen Geometrie sowie Textur dazu?
Richtung festlegenIst jede Hinterschneidung funktional notwendig, elastisch entformbar oder durch eine bewusste Werkzeugbewegung lösbar?
Komplexität begründenLiegt die Werkzeugtrennung dort, wo Naht, möglicher Versatz und Grat weder Funktion noch Haptik unnötig stören?
Sicht- und Dichtzonen schützenKann der Formhohlraum sinnvoll gefüllt werden, ohne eine kritische Funktions- oder Sichtfläche zum Anschnittopfer zu machen?
Füllweg diskutierenSind nur funktionsrelevante Masse eng geführt, und sind Bezug, Messzustand und Prüfmethode eindeutig?
Funktion priorisierenSind CAD, Zeichnung, Material, Oberfläche und offene Punkte auf demselben freigegebenen Stand?
Übergabe verriegelnEin guter Review produziert nicht nur Kommentare, sondern einen eindeutigen Entscheidungsstand.
CAD und Zeichnung, Jahresbedarf, Zieltermin, Einsatzprofil, Material- und Qualitätsanforderungen.
Funktionsmasse, Sichtflächen, Dicht- und Montagezonen sowie nicht veränderbare Schnittstellen.
Jede Frage mit Verantwortlichem, benötigtem Nachweis und Entscheid vor Werkzeugstart.
Eindeutiger Datenstand mit dokumentierten Annahmen, Änderungen und verbleibenden Risiken.